Wir sind hier: ° Der Verein ° Historie
Die Vereinsgeschichte:
Die Gründerjahre (1930-38):
Als im Jahre 1930 die Firma Rink eine Halle
am Rhein, in der einige begeisterte Wassersportler ihre Boote untergebracht
hatten, aufkündigte, entschlossen sich diese Paddler nach einer
passenden neuen Unterkunft zu suchen und sich zu einem Verein –
dem heutigen Faltbootclub e.V. Worms – zusammen zu schließen.
Eine passende Baracke fand sich in Mainz; sie wurde käuflich erworben
und von einigen Mitgliedern des in der Zwischenzeit gegründeten
„Faltboot-Club” am 15. Juni 1931 abgebaut und auf dem von
der Stadt gepachteten Gelände am Floßhafen wieder aufgebaut.
Aber erst im Jahre 1935 bekam der Verein eine Satzung und wurde bei
Gericht eingetragen.
Die Gründungsversammlung des FCW wurde im Lokal Fürst Bismarck
abgehalten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch um Spenden für die
neue Halle gebeten und die Mitglieder gaben alle ein Scherflein. Es
gehörte viel Idealismus dazu in dieser Zeit der großen Arbeitslosigkeit
die Halle in Mainz zu übernehmen und manches Mitglied hat große
Entbehrungen mit in Kauf genommen, bis die Bootshalle in Worms wieder
aufgebaut war.
Ohne Zwischenfall ging es aber doch nicht ab. Als die Halle im Rohbau
stand, kam ein Sturm auf und warf alles wieder um. Nun begann die Arbeit
wieder von neuem, alle Elemente wurden aber vorsichtshalber entsprechend
verstärkt, was sich später als sehr nützlich erwiesen
hat, als verschiedentlich Hochwasser kam und unser Bootshaus teilweise
bis in Fensterhöhe unter Wasser stand. Nach Beendigung der Arbeiten
begann eine sehr schöne Zeit im „eigenen Heim“. Alle
Mitglieder hatten sehr großen Spaß am Paddeln und mancher
Tag endete mit einem gemütlichen Beisammensein in unserem Bootshaus.
Dieser schöne Brauch hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten
und wir wollen hoffen, dass dies immer so bleibt.
Die Kriegsjahre (1939-45)
Der Kriegsbeginn 1939 beendete diese schöne
Zeit. Während des Krieges diente unser Bootshaus einer Flakeinheit
als Unterkunft und war beschlagnahmt. Nach dem Kriegsende 1945 –
alle Vereine waren verboten – mussten viele Arbeiten der vergangenen
Jahre wieder neu getan werden. Es stand nur noch die Halle, alles
andere war in der Zwischenzeit „abgebaut“ worden: Die
Fenster, die Türen, die Bootslager und die Spinde und dann wurde
auch noch unser Fahrradschuppen „abgebaut“. 16 Boote waren
gestohlen worden.
Erfolgloses erstes Gesuch zur Neuzulassung des FCW war am 11. April
1946 mit den ehemaligen Gründungsmitgliedern Jakob Schröder,
Julius Walgenbach, Josef Benedum, Katharina Besser und Ernst Winkes.
Zweites erfolgloses Gesuch an den französischen Sicherheitskommissar
um Neuzulassung des FCW war am 10. Februar 1949.
Dann endlich konnte
die Gründungsversammlung des „neuen“ alten FCW am
19. März 1949 im Lokal Westend, bei Edi Schmider in der Liebenauerstraße,
durchgeführt werden. Anwesend waren 20 ehemalige Mitglieder.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Ernst Winkes; zum zweiten Vorsitzenden
Katharina Beeser und zum Kassierer und Schriftführer Julius Walgenbach
gewählt. Die Gründungsmitglieder waren Gottfried und Lulu
Form, Josef und Gretel Benedum, Hans Günter, August Röding,
Franz Welsch, Ernst Winkes, Adolf Mathes, Julius Walgenbach, Katharina
Beeser, Anne Schlösser, Wilhelm Hartenbach, Hanne Traub, Edith
Koob, Wolfgang Schnellbächer und Hilde Grosch.
Allerdings ist als offizielle Geburtsstunde des neuen FCW der 1. Juli
1949 zu werten, da an diesem Tag erst die Zulassung durch die damaligen
französischen Besatzungsmächte erfolgte. Damit erhielten
wir auch vom Amt für kontrollierte Vermögen unser Vereinsvermögen,
nach Zahlung von 5 DM „Entsperrungsgebühr“ wieder
zurück.
Der deutsche Amtsschimmel wieherte schon wieder leise:
Unser damaliger zu Recht hartnäckiger Vorstand zahlte erst, nachdem
8 Schreiben hin und her gereicht wurden, denn unser zurückerhaltenes
Vermögen belief sich zum Stichtag 13. Februar 1948 auf 551,39
RM. Durch Gebühren, Verwaltung, Bewachung der demolierten Vereinshalle
usw., reduzierte es sich auf 197,48 RM am Tage der Freigabe und wurde
dann – bedingt durch die zwischenzeitlich am 20. Juni 1948 erfolgte
Währungsreform – zu unserem ausgezahltem „Vermögen“
von 9,85 DM. Und dafür 5 DM „Entsperrungsgebühr“!!!
Welch ein Anfang.
Neubeginn (1950)
Ein versuchter Beitritt zum Kanuverband scheiterte im gleich Jahr an der
unerschwinglichen Aufnahmegebühr von 20 DM, der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt
nur 10 zahlende Mitglieder. Die erste sehr große Anschaffung war im Juli 1949 der
Kauf eines Schlosses für Halle und Tor. Ab August 1949 wurden die Schlüssel durch
persönliche Unterschrift ausgehändigt mit der Verpflichtung, bei Verlust ein neues
Schloß und 35 Schlüssel im Wert von 85 DM zu ersetzen.
Der Mut und der Durchsetzungswille des damaligen Vorstandes zu diesem Zeitpunkt – nachahmungs- und bewundernswert.
1950 erfolgte dann der Eintrag in das Vereinsregister mit Ernst Winkes als ersten und Franz Welsch als zweiten
Vorsitzenden. Über die Jahre 51 und 52 ist außer großen Aufbauleistungen unter schwierigsten Verhältnissen nichts
weiter zu berichten.
Die Mitgliederzahl verdreifachte
sich gegenüber 1949 bis 1953 auf 27 Volljährige und 7 Jugendliche. Auch wurde der Beitrag
auf 2,50 DM erhöht, so dass dann auch der Beitritt zum Kanuverband in diesem Jahr endlich
erfolgen konnte. 1954, ein Jahr der Verschönerung unseres Vereinshauses, aber auch einiger
Belastungen besonderer Art für unseren so kleinen Verein. Das Bootshaus wurde mit eigenem
Strom in 30 Arbeitsstunden zu 1,52 DM/Std. installiert und somit unabhängig von dem
Wassersportverein, der uns bis dahin mit diesem Saft versorgte. Die Tapezierung des Clubraumes
war möglich durch die gestifteten Tapeten der Firma Schwandke & Noll, Worms. Anläßlich des
Karnevals wurde ein Kaschemmenabend im Club durchgeführt wobei auf den Einladungen extra
vermerkt war „das Bootshaus ist beheizt”, was bis zu diesem Zeitpunkt keineswegs
selbstverständlich war ich erinnere nur an die Kameradschaftsabende, wo jedes Mitglied
einen Brikett mitzubringen hatte. Für die jüngeren Mitglieder sicher nicht ganz begreiflich.
Auch begann langsam die für die heutigen Verhältnisse recht harmlose Drang- und Jubelzeit einiger
damaliger Jugendlicher. Es hagelte Ermahnungen und in einigen Fällen auch zwangsweise Vereinsausschlüsse
seitens der sehr energischen Vorstandschaft, die sich die Entscheidungen sicher nicht leicht machten, denn
jeder Beitrag zählte. Im Nachhinein wurden dann auch die „reuigen“ Sünder wieder als Mitglieder
aufgenommen und haben mittlerweile ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum weit hinter sich.
Das Jahr ging mit der Anschaffung einer großen Vereinsfahne zu Ende. Bei der Jahreshauptversammlung
wurde vereinbart, dass alle männlichen Mitglieder jährlich sechs Arbeitsstunden oder 3 DM zu zahlen
hätten. Von 28 Mitgliedern erreichten nur 8 Sportkameraden das vereinbarte Arbeitssoll. Das gleiche
Problem damals wie heute. Das große Hochwasser brachte uns im Vergleich zu den anderen Zungenvereinen
„nur“ einen finanziellen Schaden von 705,85 DM.
Zum Jahresende zählte der Verein 43 Mitglieder. Franz Welsch wird zum 1. Ehrenmitglied ernannt. Der
Mitgliedszuwachs hielt unvermindert an. 1957 verzeichneten wir 57 zahlende Mitglieder, aber nur noch drei Jugendliche.
Der Auftrag zur Anfertigung der Spinde im Bootshaus wurde an unseren Sportkameraden Döring vergeben.
Außerdem wurde vereinbart, keine Schlüssel an Mitglieder unter 16 Jahren zu vergeben – ein Beschluss der
immerhin bis 1978 Gültigkeit hatte, dann aber den veränderten Gegebenheiten angepasst, geändert werden musste.
Ab April 1957 existierte der FCW offenbar auch für die Stadt Worms, denn der Schotterweg, der bis dahin beim
WSV endete, wurde bis zu uns weiter gebaut.
Bei der Bootszählung 1958 für den DVK hatten wir einen Bestand von 4 Einer-Booten und 17 Zweier-Booten zu melden.
Und 1959 wurde nach reiflicher Kalkulation unsere Tischtennisplatte für 195 DM angeschafft, die mittlerweile zig
Hochwasser überstand und erst 1980 durch eine neue Platte ersetzt werden musste.
Der Verein wächst (1960)
1960 machte sich dann das fruchtbare Vereinsleben bemerkbar, die Mitgliederzahl stieg auf 63 und 13!!!
Jugendliche, meist unter 5 Jahren. In dieser Zeit wurde das altbekannte Paddlerlied „und er nahm sie mit in sein
Zelt hinein...“ doch noch sehr wörtlich genommen.
Aus undefinierbaren Gründen fehlen die Unterlagen ab 1961. So bleibt nur die Möglichkeit einer lückenhaften Erinnerung:
Die regen Wanderfahrten wurden fortgesetzt. Man zeltete am Baggersee im Naturschutzgebiet am Altrhein, Eldorado der
Faltbootfahrer; es gab die sogenannte Liebesinsel; ein harter Kern hielt sich eisern auf der Petersau vom zeitigen
Frühjahr bist zum späten Herbst an jedem Wochenende auf. Dann wurde der Altrheincampingplatz vom FCW gemietet und
sehr stark frequentiert.
Es wurde die Wasserleitung vom WSV zu uns verlegt, die Dusche gebaut und bei einem zünftigen Fest von unserem
ehemaligen Gründungsmitglied und 1. Vorsitzenden G. Form 1962 hautnah mit kaltem Wasser im Februar eingeweiht. Keine
Gelegenheit wurde ausgelassen einen Grund für ein Vereinsfest zu finden.
Ein Kanadier wurde angeschafft, der Zaun um das Vereinsgelände erneuert, eine Bar auf dem Campingplatz und im Clubheim
gebaut, nur um einige Dinge zu nennen.
|